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Mariia bei ETTU Lehrgang in Montenegro

von Attila

Schon Mariias Nominierung für das ETTU Development Pre-Selection Camp in Podgorica hat uns riesig gefreut, und das Ergebnis hat da sogar noch eins draufgesetzt, denn mit einem solchen Resultat konnte keiner rechnen. Die großen Tischtennisnationen wie Deutschland, Frankreich oder Schweden haben leider gefehlt, aber 40 SpielerInnen aus fast 20 Ländern haben teilgenommen und wurden von Chefcoach Neven Cegnar und seinem Trainerteam genau unter die Lupe genommen. Jeder Trainer hat einen Bewertungsbogen für jeden Spieler ausfüllen müssen. Begutachtet wurden die technischen, taktischen und physischen Fähigkeiten sowie der Ehrgeiz und die Konzentration beim Training. Der Trainingskurs selbst war im Vergleich zum letzten U-19 ÖTTV-Lehrgang körperlich weniger anstrengend, die Paarungen und Übungen wurden von Jarek Kolodziejczyk angesagt – wenn notwendig, für jeden in der jeweiligen Muttersprache!

Danach haben die Kinder trainiert und das Trainerteam hat hauptsächlich beobachtet und analysiert. Die mitgereisten Trainer haben ihre eigenen Spieler betreut und Bian Yadong vom ÖTTV hat sich eine Woche lang um Mariia Lytvyn und Nina Skerbinz aus Tulln gekümmert.

Der Tagesablauf war immer gleich, Frühstück um 8 Uhr, Mittagsessen um 12.30 und Abendessen um 19 Uhr. Die ETTU-Trainingseinheiten gingen von 9.15 bis 12 Uhr und von 15.30 bis 18.15 Uhr. Morgensport und Abendtraining waren freiwillig und ihre Organisation Aufgabe der mitgereisten Trainer. Bian hat fast jeden Abend mit den beiden ÖTTV-Mädchen trainiert oder ein wenig Theorie gemacht. Trotzdem blieb ein bisschen Zeit und wir konnten an zwei Abenden den großen Pool besuchen.

Am dritten Tag gab es ein Turnier, bei dem jedes Match aus genau 3 Sätzen bestand – es war somit eine richtige Konzentrationsübung, da jeder Satz gleich viel wert war. Die 18 Mädchen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und Mariia kam in die stärkere Vorrundengruppe (die ersten zwei in der Endwertung sowohl des oberen als auch unteren Play-offs waren in Mariias Vorrunde).

Mariia spielte hervorragend und sehr konzentriert. Das Satzverhältnis von 17:7 ist beeindruckend, die Niederlagen gegen die spätere Siegerin aus Portugal, Julia Leal, und die Turnierzweite Andrea Baiasu aus Rumänien gehören zu den besten Spielen ihrer bisherigen Karriere. Die Ballwechsel waren sehenswert und der Kampfgeist enorm. Es hat Spaß gemacht, die Spiele aus der Ferne zu beobachten, bravo Mariia! Bei den Matches im oberen Play-off hat dann ein wenig die Kraft gefehlt, um ganz vorne mitzumischen, aber das ist auch verständlich, immerhin wurde das letzte Spiel kurz vor 21 Uhr ausgerufen. Mit dem 6. Platz in der Gesamtwertung (Zweitbeste in ihrem Jahrgang) kann Mariia aber sehr zufrieden sein – schließlich waren die Gegner fast ausschließlich Landesmeister im Jahrgang 2009 und 2010!

Die ersten zwei Tage haben die Burschen und Mädchen gemischt miteinander trainiert. Am Ende der Trainingseinheit gab es immer einen Kaisertisch und die Position war dafür ausschlaggebend, mit wem man beim nächsten Trainingspielen wird. Mariia hat immer Plätze gutgemacht, aber ihre Zimmerkollegin stellte alle in den Schatten: Nina beendete zwei Trainingseinheiten am Kaisertisch. Nach dem Turnier trainierten die Mädchen nur unter sich, richtig cool, so viele junge starke Mädchen können nur bei einem ETTU-Lehrgang zusammenkommen. Nun haben die Mädchen angefangen sich richtig anzufreunden. Da man mit Deutsch nicht weit kam, war es eine Gelegenheit, Englisch zu üben – beziehungsweise sich in einer selbst erfundenen Zeichensprache zu unterhalten. Es sind neue Freundschaften entstanden und es war eigentlich schade, dass der Kurs so schnell vorbei war.

Davor war aber nicht nur Training, sondern auch ein Nachmittagsausflug mit dem Bus in die wunderschöne Küstenstadt Budva angesagt, ein bisschen Zeit am Sandstrand und Schwimmen im Meer inklusive. Am Freitag kam Vladimir Samsonov zu Besuch. Mariia durfte ein paar Bälle mit ihm spielen und bei der Fragestunde hat sie ihn gefragt, wann er mit dem Tischtennis angefangen hat.

Nach diesem Camp, einem weiteren Pre-Selection Camp und den inoffiziellen U12-Europameisterschaften, den EURO Mini Champs, werden circa 20 Mädchen für die finale Sichtungswoche (ETTU Selection-Camp) nominiert, in der das ETTU Development Team (Altersklasse 2009) gebildet wird. Da es nicht Mariias Jahrgang ist, haben wir nicht erwartet, dass sie heuer schon im Selection Camp dabei sein wird, und sind daher mächtig stolz auf die Endwertung – von den 40 Teilnehmern und Teilnehmerinnen hat sie die viertbeste Punktewertung erhalten und war somit beim Pre-Selection Camp Jahrgangsbeste! Wir sind sehr gespannt, wohin die Reise mit Mariia geht, und sind bereit, sehr viel Freizeit in sie und die vielen anderen Nachwuchstalente des USV Indigo zu investieren.

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